Die aktuelle Themenwoche

stjg spielt in der ganzen Stadt vom 30. Mai bis zum 4. Juni 2022.
Den Auftakt machen unsere Einrichtungen überall in den Stadtteilen und wir treffen uns alle zusammen zum stjg Heimspiel am 3. und 4. Juni auf dem kleinen Schlossplatz.

Nr. 1   
  Smail Mast, Familienvater:
"Ich bin ein Spielkind bis ins jetzige Alter."

Nr 2   
  Ioana Vaduva, Jugendhausbesucherin:
"Ich bin ein guter Verlierer, wenn ich fair verloren habe..."

Nr 3   
  Erika Aner, Seniorin 86 Jahre:
"Spielen bedeutet für mich Geselligkeit, Freude, Spaß am Leben!"

Nr. 4   
  Lia Kutschke, Kitakind: "Ich sammele gerne Schätze - Schneckenhäuser und Walnüsse."

Nr. 5   
  Johnny Ukeh, Guru Singh:
"Ohne Spielen wäre es langweilig."

stjg spielt - HEIMSPIEL

Die Abschlussveranstaltung zu unserer Themenwoche:


Bühnenprogramm mit Musik, Comedy und Theater, darunter Toni Komisch (Kinderkonzert) und Stefano Minustaker (Punk-Liedermacher am Abend).

Spiele-Lounge (auch im Abendprogramm): In gemütlicher Atmosphäre gibt es jede Menge Gesellschaftsspiele zum Ausleihen für große und kleine Mitspieler*innen. Von Schokohexe, über Uno bis hin zu Schach und Looping Louie ist alles dabei.

Zocker-Zone (auch im Abendprogramm): Wer wird Zocker-König? Bei verschiedenen Games wird im Turnier -Modus gegeneinander angetreten.

Spiele mit Bewegung: Tischkicker, Tischtennisplatten, Bogenschießen, Kistenkletterturm (am Freitag)

Spiele für Familien: Riesen- Murmelbahn, Spiel- „Klassiker“ von den Spielmobilen Mobifant

Spielbar: Glücksrad mit kniffligen Fragen rund um das Thema Spielen

Bühnenprogramm am Freitag, 03.06.2022


Familienprogramm:

17:30 Uhr         Karls Comedy Stage      

Abendprogramm:

19:00 Uhr         Stefano Minustaker (Punk-Liedermacher)

20:00 Uhr         Egon Forever (Comic Performance)

Bühnenprogramm am Samstag, 04.06.2022      


Familienprogramm:

14:00 Uhr         Toni Komisch (Kinderkonzert)

16:00 Uhr         Toni Komisch              

17:00 Uhr         Speakers Corner         

Abendprogramm:

19:00 Uhr         Nora OG (HipHop Pop)

20:30 Uhr         Monsieur Glacé (Funk / Hiphop)


"stjg spielt! - Was spielst du am liebsten?"

Lena Krauss, Leiterin stjg-Kita Zaunkönige

„Ich spiele gerne mit der ganzen Familie Monopoly. Oft ist einiges an Überredungskunst nötig bis auch alle mitspielen. Im Verlieren muss ich mich noch üben.“

Kadisha Ried und Henriette Unfried, KJH Giebel/JH Weilimdorf

"Wir spielen beide sehr gerne Skip-Bo, da hier viele Personen zusammen spielen können und man nie weiß welche Karte als nächstes aufgedeckt wird. Das steigert die Spannung!"

Dr. Susanne Heynen, stjg-Gesellschafterin

"Kinder, wie Erwachsene, brauchen Raum und Zeit, um (gemeinsam mit anderen) spielerisch zu gestalten, sich selbst zu erproben und herzlich zu lachen."

Tom Kipp, Leiter Jugendagentur Stuttgart

„Schlagzeug spielen ist meine größte Leidenschaft. Sie begleitet mich seit meinem 9. Lebensjahr und hat mir soooo viele tolle Momente, Begegnungen und Freundschaften auf und abseits der Bühne bescheert für die ich unglaublich dankbar bin.“

Sylke Bernet, Öffentlichkeitsarbeit stjg

„Ich habe in den Osterferien Skat spielen und verlieren gelernt. Dabei hat mir der Besuch einer Banksy-Ausstellung geholfen. Der britische Streetart-Künstler schrieb dort: „Winning ist strictly prohibited!“ – Gewinnen ist strengstens verboten…“

Sylvia Schroth, und Natalia Stehle, KJH und JT 7 Morgen

„Wir beide spielen sehr gerne Karten- und andere Gesellschaftsspiele, weil man sich dabei immer wieder aufs Neue gegenseitig herausfordern und dabei eine gute Zeit haben kann. Egal ob mit jung oder alt.  Ganz nach Erich Kästner: „Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch.“

Sabri Sakalli, Stellv. Leitung Riedseeschule

„Spielen heißt für mich: Diese wundervollen Momente der Selbstvergessenheit zu genießen und pure Motivation für den Alltag. Wir haben spaß und vergessen gemeinsam den Alltag und egal woher wir stammen, im Spiel lösen sich alle Vorbehalte in nichts auf.“

Barbara Rehm, Leiterin KJH Birkach

"Ich liebe es Spiele auszuprobieren egal ob Brettspiele, Kartenspiele, Spiele im Freien, Gruppenspiele oder Duelle. Gerne gehe ich auf die Spielemesse um neue Spiele zu testen und andere dafür zu begeistern. Kleine Fische, Blokus oder Tac...schon mal gespielt ??"

Bianca Hoffmann, Praktikantin GS

„Ich spiele sehr gern mit meiner Nintendo Switch! Am liebsten natürlich in Gemeinschaft. Leider spiele ich dann aber doch oft alleine, da mir und meinen Freunden manchmal einfach die Zeit für das gemeinsame Spielen fehlt.“

Tamara Ostendarp, MOBIFANT Bad Cannstatt

"Am liebsten spiele ich gemeinsam in der Gruppe. Da ist auch fast egal, was gespielt wird. Ob mit Freunden oder im freien Spiel mit Kindern – Spielen macht schlau und dabei ganz schön viel Spaß!"

Team KifU Kindertreff, Bad Cannstatt

"Über den pädagogischen Sinn von Spielen wurde schon viel geschrieben. Darum zitieren wir einfach ein paar unserer Besucherkinder: Spielen ist cool, weil es spannend ist, weil wir da was mit Anderen machen, weil es lustig ist. Punkt."

Geschäftsführung und Team Bereichsleitung

"Wir spielen auf Klausuren immer (!) den Klassiker um das kleine Dörfchen Düsterwald, das von Werwölfen heimgesucht wird. Die Gruppe der Bürger versucht die Wölfe, natürlich im Team, die sich als Bürger getarnt haben, zu entlarven. Dagegen versuchen die Wölfe, als einzige zu überleben und Widersacher auszuschalten. Darüber hinaus gibt es Charaktere mit eigenen Zielen..."

Matthias Hoffmann, Jugendagentur Stuttgart

"Ich liebe komplexe Spiele. Ich bin auch der, der die Spielanleitung durcharbeitet (durcharbeiten darf) und den Spielablauf dann den anderen erklärt.

Das schöne an diesen "Kenner:innenspiele" ist, dass sie vollkommen durchdacht sind und das garantiert in meinen Augen den Spielspaß.

Dominion ist ein Favorit: kein Spielplan, keine Spielfiguren, nur Karten mit Szenarien. Meine Töchter teilen meine Leidenschaft und der Urlaub beginnt für uns genau dann, wenn wir am Spiel sitzen, es irgendwann kapiert haben und dann einfach nur noch spielen."

Gabi Kircher Mädchen*arbeit/Gender/Leitung MME

"Spielen? Egal ob als Kind, Jugendliche oder Erwachsene: ich kann mir mein Leben ohne Spielen nicht vorstellen. Neben regelmäßigen Skatrunden und Gesellschaftsspiel- Abenden treffe ich mich seit vielen Jahren mit rund 15 Freund*innen zum jährlichen Doppelkopf- Turnier in Hohenlohe. Hochzeit, Armut, Karlchen, Damensolo, Bubensolo…beim Doppelkopf ist alles möglich 😊. Wir spielen ein Wochenende lang für den guten Zweck, unterstützen mit dem Erlös ein Patenkind in Mittelamerika – und haben viel Spaß zusammen."

Laurens Levin, Maria-Montessori-Schule

"Schnapp, Land, Fluss" ist an den bekannten Klassiker "Stadt, Land, Fluss " angelehnt, bietet jedoch noch mehr Möglichkeiten. Vor allem wenn man das Spiel erweitert und mit den Kindern selbst weiterbastelt. So lässt es sich mit eigenen Karten unendlich weit ausbauen und mit Themen, die die Kinder und Jugendlichen interessieren erweitern. Die einfachste Variante ist das Spiel mit zwei Stapeln zu spielen. Eine Person legt das Thema, eine andere einen Buchstabe (blauer Buchstabe = 1 Punkt, leicht, roter Buchstabe = 2 Punkte, schwerer), wer als erstes was richtiges reinruft gewinnt die Karte. Das Basisspiel gibt es günstig zu kaufen von Amigo.

Elke Seifert, Fachbereichsleitung GBS

"Vor Jahren habe ich auf der Spielemesse in Stuttgart das Brettspiel „Go“ kennen und lieben gelernt. Mich faszinieren die unendlichen Spielmöglichkeiten und das Ausprobieren verschiedener Strategien, um gegnerische Steine zu schlagen und somit Gebiet zu gewinnen.

Im Lockdown habe ich das Online-Spiel für mich entdeckt und auf Brettspielnetz.de an einer Go-Meisterschaft teilgenommen.

Lieber noch habe ich meine/n Spielepartner/in mir gegenüber. Ich mag den Austausch, den Ehrgeiz, die Emotionen… Gerne möchte ich andere mit meinem Go-Fieber anstecken und das aus Japan stammende Spiel als Alternative zu Schach als Bildungsangebot an Schulen etablieren. Wer teilt meine Leidenschaft für Go?"


Experten Interview:

Rainer Buland, Asst.-Prof. Dr. MAS, ist Kulturhistoriker, Spieltheoretiker, Autor und Fotograf.
Er leitet das Institut für Spielforschung und Playing Arts der Universität Mozarteum Salzburg.
Mit seiner Familie spielt er gerne das kooperative Brettspiel „Smaugs Höhle“ (angelehnt an den Film, der Hobbit). Dabei versuchen die Spieler*innen als Reisegesellschaft gemeinsam in die Höhle des Drachen Smaug zu gelangen, ohne dass der Drache diese erwischt. 
  • Mit seiner Familie spielt er gerne das kooperative Brettspiel „Smaugs Höhle“ (angelehnt an den Film, der Hobbit). Dabei versuchen die Spieler*innen als Reisegesellschaft gemeinsam in die Höhle des Drachen Smaug zu gelangen, ohne dass der Drache diese erwischt. 

Foto: Fabian Kitzberger

"Spielen, das ist doch nur was für Kinder.“ Herr Buland, ist diese gängige Vorstellung richtig oder ein Vorurteil?

 Rainer Buland: Da müssen wir aufpassen! Wir nennen das, was Kinder tun „spielen“ und das, was Erwachsene tun, nennen wir „arbeiten“. Oftmals ist dies jedoch genau dieselbe Tätigkeit, lediglich der Grad der Professionalisierung ist höher. Kinder kicken mit einem Ball, Erwachsene spielen Fußball und weil sie mitunter viel Geld verdienen, nennen wir dies gerne Arbeit. Das Spiel ist dasselbe. Genau dasselbe haben wir bei einem Orchester, einem Profi-Schachspieler oder einem sogenannten eGamer. Auch dort, wo das meiste Geld verdient wird, auf den Aktienmärkten und Börsen, wird eigentlich gespielt. Spielen ist also kein Kinderkram. Wir spielen fast alle. Es ist vielmehr die Frage, wie gut wir spielen.

Was passiert eigentlich, wenn wir spielen?

Rainer Buland: Wenn wir spielen, treten wir in Austausch, in Interaktion mit anderen und zwar unter dem Vorzeichen des als-ob. Dieses als-ob heißt: Meine Handlungen sind nicht ernst gemeint. In diesem Modus können wir sehr gut lernen, Erfahrungen machen, experimentieren, uns selbst erproben und das Eigene entfalten. Es ist also für viele Lebensbereiche extrem wichtig, geradezu existentiell: in Lernumgebungen (Schulen, Erwachsenenbildung, Universitäten), in der wissenschaftlichen Forschung, in der Therapie und vielen anderen Bereichen.

Kann man sagen: Spielen macht schlau?  Und: gilt das nur für kleine Menschen – oder auch für Große?

Rainer Buland: Ja, man kann salopp sagen, spielen macht schlau. Wissenschaftlich müssen wir von lernen sprechen. Das Spiel (das Glücksspiel, gambling, muss hier ausdrücklich ausgenommen werden) ist der Königsweg des Lernens. Warum sich die Institutionen wie Schulen mit dem Spiel so schwertun, liegt nicht daran, dass Spielen optimal ist für das Lernen, sondern darin, dass im Spiel nicht kontrolliert werden kann, ob das gelernt wird, was gelernt werden soll. Die Schule und das derzeitige Bildungssystem werden sich ändern und zwar einfach deswegen, weil wir es uns auf Dauer nicht leisten können, mit so viel Aufwand so wenig Output zu produzieren. Die Lösung ist sehr erfreulich, das bestätigt auch die Gehirnforschung: Druck rausnehmen und Freude (und Spiel) rein, dann lernen wir leichter effektiver und behalten das Gelernte länger. Dies sind also schöne Zukunftsaussichten.

Niemand verliert gerne – haben Sie einen Tipp, wie man es schafft, „gut“ zu verlieren?

Rainer Buland : Das mit dem Verlieren ist so eine Sache. Wir in der westlichen neoliberalen Gesellschaft glauben an die Konkurrenz und wir glauben fest daran, dass gewinnen Spaß macht. Wenn wir in andere Kulturen schauen, dann stellen wir etwas ganz anderes fest: Die überwiegende Mehrzahl der Kulturen finden Gewinnen langweilig. Dieser Einschätzung schließe ich mich aus persönlicher Erfahrung an. Warum? Ein kompetitives Spiel produziert viele Verlierer, die sich nicht freuen und einen Gewinner, der sich allein freuen kann. Nun wissen wir aber, dass Freude für sich allein, nicht besonders toll ist. Freude ist etwas, das wir gemeinsam erleben sollen, weil sie sich dann nämlich vermehrt. Das Ergebnis schaut also nüchtern aus: Viele bis auf einen verlieren und dieser eine ist einsam und allein.

Wir brauchen eine riesige und teure Meinungsindustrie, die uns immer und immer einreden muss, dass Gewinnen etwas so Tolles wäre. Viel besser wäre es allerdings, und wir hätten alle zusammen viel mehr Spaß und Freude, wenn wir kooperative Spiele spielen würden und auch in unserem sozialen und wirtschaftlichen Leben viel mehr kooperieren würden.

Mehr lesen:

Warum spielen die Menschen?  Vielfältig spielen ist wichtig!

Kontakt & Informationen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  www.Spielforschung.at


Rückblick:

Das Motto 2021:  »stjg goes green«

Alleine am Auftakt-Tag nahmen 34 Einrichtungen in ganz Stuttgart teil, die ganz »grün« zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Öffentlichen Verkehrsmitteln über sechs verschiedene Touren erreichbar waren. Auf den Spielflächen, die unter den geltenden Corona-Regeln betreten werden durften, fanden sich Anleitungen und Material zu verschiedenen Themen, die Familien und Jugendliche selbstständig nutzen konnten.


stjg Themenwochen

Seit 2019 widmet sich dieses Netzwerk eine Woche lang gemeinsam einem besonderen Thema. Einrichtungsübergreifend entwickelt es Mitmach-Angebote, die in der Aktionswoche der Stuttgarter Öffentlichkeit präsentiert werden. Die stjg versteht sich als Sprachrohr für junge Menschen in Stuttgart. Die Themenwochen sorgen intern für einen lebhaften Austausch und einen demokratischen Abstimmungsprozess darüber, für welches Anliegen sich alle zusammen in der Öffentlichkeit stark machen wollen.


News & Aktuelles

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