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P R E S S E I N F O R M A T I O N 08.11.2011

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Die Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft (stjg) hat zum dritten Mal eine unabhängige Besuchererhebung durchführen lassen. Die gemeinnützige Gesellschaft analysiert so seit 2007 kontinuierlich die Entwicklung der Besucherzahlen und die Akzeptanz ihres Angebotes. Neu dabei: ein spezieller Blick auf die Kinderhäuser und eine Onlinebefragung. Zusammen mit der Gesellschaft für empirische Sozialforschung (Explanandum GmbH) stellt sie die Ergebnisse heute vor.

„Wir lernen jedes Mal dazu. Auch die aktuelle Besuchererhebung hat uns wichtige Ergebnisse gebracht, aus denen wir Schlüsse für unsere Arbeit ziehen können“, bilanziert Sieghard Kelle, Geschäftsführer der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft (stjg) die jüngsten Studienergebnisse. Seit 2007 werden alle zwei Jahre die Nutzer und das Angebot der 41 Kinder- und Jugendhäuser sowie die beiden weiteren Geschäftsbereiche der stjg („Zusammenarbeit mit Schulen“ und „(Internationale) Projekte“) systematisch unter die Lupe genommen. Eine wichtige Erkenntnis des Geschäftsführers: „Unsere Gesellschaft konnte die Besucherzahlen in allen drei Geschäftsbereichen seit 2009 erneut steigern – insgesamt um sieben Prozent auf 1,3 Millionen Besucher. Dabei hat sich der Anteil unseres Geschäftsbereiches „Zusammenarbeit mit Schulen“ am Gesamtergebnis seit 2007 von 14 auf heute 27 Prozent fast verdoppelt. Wir konnten – entsprechend unserer Ressourcen – flexibel auf die Entwicklungen im Schulbereich reagieren und sind insgesamt erfreulich breit aufgestellt.“

„Tastatur schlägt Kuli“

Auch in ihrer dritten Besuchererhebung ermittelte Explanandum in einem aufwändigen Zähl- und Hochrechnungsverfahren die Anzahl der Besucher. Die Experten erhoben mit der Verweildauer einen weiteren Indikator zur spezifischen Akzeptanz der Einrichtungen. Durch eine Besucherbefragung wurde die differenzierte Betrachtung der Einrichtungen gewährleistet.

Neu: Neben der Möglichkeit, sich per Stift und Zettel über Stuttgarts Offene Kinder- und Jugendarbeit zu äußern, wurde diesmal eine zusätzliche Online-Befragung durchgeführt.

„Neben den vor Ort befragten knapp 500 Jugendlichen, beteiligten sich online weitere 473 Jugendhausbesucher. Damit ist das Ergebnis nicht nur außerordentlich belastbar,“ so Michael Dalaker, „online erhielten wir zudem Antworten von überraschender Ausführlichkeit. Da schlug die Tastatur wohl den Kuli“, zeigte zeigte sich Michael Dalaker erfreut.

Stadtteilhäuser zum Chillen und Entschleunigen

Das Studienergebnis 2011 bestätigt die seit 2007 wachsende Verweildauer der Besucher. Im Durch­schnitt halten sich die Heranwachsenden jetzt 1,45 Stunden in den Einrichtungen auf (2007: 1,34 Stunden). Im Kinder- und Jugendhaus Stammheim und im Cannstatter Kindertreff KifU sind es sogar über zwei Stunden: „Obwohl die Veränderungen im Schulbereich das Freizeitverhalten unserer Nutzer beeinflusst haben, erfüllen unsere Einrichtungen weiterhin ihren Auftrag als Stadtteilhäuser“, so Kelle.

Dabei zeigt ein Blick in die Befragungen, dass die Nutzer sich in den Häusern sehr gut aufgehoben fühlen – die Angebote treffen anscheinend den Nerv der Besucher. Auffällig war, dass die Häuser für viele Jugendliche besonders diesen Zweck erfüllen sollten: ein Ort zu sein der Entspannung, des Entschleunigens und des „Chillens“. „Jugendliche finden hier ihren Ort zum Zurückziehen“, bestätigt Michael Dalaker den Eindruck, dass die Offene Jugendarbeit ihren Besuchern Räume zum Durchatmen bietet. „Erst wenn der Kopf wieder frei ist, können Jugendliche weitermachen oder sogar Neues unternehmen“, sagt Kelle.

Zunehmend mehr Gymnasiasten und Realschüler

Entsprechend der demografischen Entwicklung, besuchen viele Jugendliche mit Migrationshintergrund die Einrichtungen. Die Gruppe der Schüler bildet dort die größte Besuchergruppe; 60 Prozent sind zwischen zwölf und 16 Jahre alt. Die Schüler machen gut drei Viertel aller Nutzer aus – wobei unter den Schülern nun Gymnasiasten (17,1 Prozent) und Realschüler (35,6 Prozent) gemeinsam den Anteil der Hauptschüler (47,3 Prozent) übertreffen. „Wir freuen uns über die wachsende Durchmischung und Bildungsbreite“, so Kelle, der dies als Ausdruck des erstarkten Geschäftsbereichs „Zusammenarbeit mit Schule“ versteht: „Je enger wir mit den Schulen kooperieren, desto stärker nehmen Schüler unsere Angebote wahr“. Mehr Mädchen in die Häuser! Eine Herausforderung ist offensichtlich: Es sind weiterhin die Jungen, die mit fast 69 Prozent die Einrichtungen besuchen. Der Anteil weiblicher Besucher ist zwischen 2009 und 2011 von 36 auf 31 Prozent zurückgegangen. „Das Ergebnis müssen wir analysieren. Mädchenarbeit ist kein Selbstläufer – da müssen wir gezielt personale Ressourcen reinstecken und mit passgenauen Angeboten wieder deutlich mehr Mädchen für unsere Einrichtungen gewinnen“, sagt Kelle, der um die große Engagementbereitschaft und Zielgenauigkeit weiß, mit der die weiblichen Besucher in die Häuser kommen. Vielleicht wird der verstärkte Gang ins Internet helfen – schließlich kommunizieren gerade Mädchen über ihre Communities, verabreden sich dort und planen ihre Freizeit:

Das Netzwerk muss ins Web!

Zwar sind alle Einrichtungen und Projektbüros der stjg mittlerweile über Homepages online erreichbar. Aber: Experten wie der Direktor des renommierten Deutschen Jugendinstituts Thomas Rauschenbach empfahlen jüngst der Kinder- und Jugendarbeit in einer Expertise, das „Medium Internet“ als Ort des Austauschs und des Engagements stärker einzusetzen. Auch die jüngste Besucherbefragung der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft bestätigt, dass ihre Nutzer zu einem überwältigen Anteil im Web aktiv sind: „Wenn 85 Prozent unserer Nutzer auf Facebook aktiv sind, müssen sie uns auch im Web 2.0 antreffen können“, bilanziert Kelle. Erste Erfahrungen haben verschiedene Häuser und Projektbüros in den vergangenen zwei Jahren bereits gesammelt. Von den Möglichkeiten des schnellen Austauschs und der breiten Kommunikation profitieren besonders Projektbüros wie „Mitmachen Ehrensache“, für das eine große Gruppe von Jugendlichen online landesweit aktiv ist. Aber auch das Untertürkheimer Café Ratz hat mittlerweile viele Mitglieder, die sich in ihren eigenen Café-Facebookgruppen treffen.

Den Nachwuchs im Blick

Ein ganz besonderer Blick wurde in der Analyse 2011 auf zehn Kindereinrichtungen geworfen. „Gerade die Entwicklungen im Bereich der Ganztagesschule wird unsere Kinderhäuser in vielen Stadtteilen vor besondere Herausforderungen stellen. Deshalb haben wir uns die Situation dort genauer angeschaut“, so Kelle. Dabei wurde einerseits deutlich, dass die Einrichtungen für Kinder (und Eltern) hoch attraktiv sind. Andererseits zeigte die Analyse, dass bereits heute die Öffnungszeiten einiger Häuser neu überdacht werden müssen. Besonders eindrucksvoll zeigt sich im Kindertreff Botnang der Mut zur Veränderung: Hier entwickelte das Team ein neues Betreuungskonzept und kooperiert nun erfolgreich mit der gegenüberliegenden Grundschule.

 

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