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Stuttgart - Lodz

INTERNATIONELE JUGENDBEGEGNUNG STUTTGART – LODZ
Höfle (Österreich) und Stuttgart 30.09.2016 – 08.10.2016

Am frühen Freitagmorgen des 30.09.2016 kam eine Jugendgruppe aus Lodz in Stuttgart an. Da die Gruppe schon sehr früh in Stuttgart angekommen ist beschlossen die Stuttgarter Organisatoren, dass eine direkte Weiterfahrt nach Österreich vom Vorteil wäre. Somit konnte sich die Gruppe nach einer langen Reise aus Polen schon vor der Ankunft der deutschen Gruppe erholen. Eine kleine Wanderung durch die schöne Gegend durfte natürlich auch nicht fehlen.

Erst am späten Abend kam die Stuttgarter Jugendgruppe im Höfle an. Laut und fröhlich stürmten die Stuttgarter die ruhige Unterkunft und erweckten das ganze Haus. Trotz Müdigkeit und Erschöpfung konnte eine nette Begrüßungsrunde stattfinden und die ersten Kontakte geknüpft.

Am Samstag standen schon sehr früh fasst alle Teilnehmer in der Küche und halfen aktiv bei der Zubereiten des Frühstücks mit. Nette und fröhliche Atmosphäre machte sich breit.

Nach dem üppigen Frühstück bereitete sich jeder Teilnehmer ein kleines Lunchpacket zu – ein Ausflug nach Oberstdorf und eine Wanderung durch die beeindruckend schöne Breitachklamm standen auf dem Plan.

Die anstrengende aber doch beeindruckende Wanderung trug zur Unterstützung des Kennenlern - Prozesses in vollen Zügen bei. Gegenseitige Unterstützung während der Wanderung, gemeinsame Fotos und aktive Gespräche machten die Wanderung noch spannender und leichter.

Nach der Wanderung und einem Rundgang durch das kleine Städtchen Oberstdorf beschlossen die Organisatoren die große Gruppe mit ein bisschen Aktion zu überraschen. Der Besuch einer Rodelbahn überraschte und beeindruckte alle! Mit breit lächelnden, zufriedenen Gesichtern und lauten Gesprächen fuhr die deutsch-polnische Gruppe zurück ins Haus im Höfle. Das rasant zubereitete, warme Abendessen landete schnell in den hungrigen Mägen. Wer hätte da keinen Hunger nach so einem spannenden Tag?! Dieser gemeinsame Tag schweißte die Jugendlichen Gruppen zusammen und schufte eine gute Basis für die weitere Zusammenarbeit.

Der leider regnerische Sonntag verlief spannend weiter – die Gruppen mussten sich als GPS-Spezialisten beweisen. Die Jugendlichen wurden in vier Gruppen aufgeteilt und in 1 Stündigen Abständen nach Riezlern gebracht. Die Anleitungen waren ausschließlich auf Polnisch geschrieben, was die Gruppen dazu ermutigen sollte, auf andere Sprachen oder auch verschiedene Kommunikationsmethoden zurück zu greifen.

Die Ergebnisse der GPS Tour, die gelösten Aufgaben und beantworteten Fragen wurden von den Gruppen ausgearbeitet und präsentiert. Dadurch wurden die Gruppen auf die ersten gemeinsamen Workshopaufgaben vorbereitet. Die Hürde des Misstrauens wurde gebrochen.

Der Montag verlief ganz unter dem Workshopthema „Kennenlernstunde“ – hier bezog sich das Kennen lernen auf die heutige Jugend; wie sind sie, was ist ihnen wichtig, wie werden sie gesehen… Die Teilnehmer wurden in vier Gruppen aufgeteilt. Die fünfte Gruppe bildeten die Erwachsenen. Ziel des Workshops war die Gruppen dazu ermutigen sich selbst und deren Umfeld zu reflektieren. Fragen wie zBsp.:

Wobei die Erwachsenengruppe arbeitete an folgenden Themen:

Die Gruppen arbeiteten über zwei Stunden lang an einer Präsentation. Die Ergebnisse waren sehr spannend und beeindruckend. Es entstand eine interessante Diskussion über die Position und Platz der heutigen Jugend in der europäischen Gesellschaft, über die Aussichten, Bildung aber auch Position der Familie und Freunde. Darüber hinaus entwickelten sich tiefgründige Gespräche über existenzielle Ängste, Positionierung in Bezug auf das aktuelle Thema „Flüchtlingskrise“, über die Herausforderungen der neuen Welt bis hin zu Verständnisproblemen zwischen Jugendlichen und Erwachsenen.

Das Workshopthema hinterließ Spuren. Noch nach den gemeinsamen Diskussionen bildeten sich kleine Gruppen, die die Gespräche fortsetzten.

In Laufe der weiteren Tage wurde auf diesen Diskussionsthemen weiter aufgebaut.

Am späten Montagabend kam die deutsch-polnische Gruppe in Stuttgart an. Die Nacht sollte kurz sein, obwohl es noch so viel zum verarbeiten gab…

Am frühen Dienstagmorgen besuchte die Gruppe das Erlebnispädagogische Zentrum „Bergheide“.

Die gemeinsamen Aktionen stellten die Selbsteinschätzung, Gruppenfähigkeit, Mut und Körperliche Fitness auf harte Probe. Nur gemeinsam konnten die schweren Aufgaben gelöst werden… für manche eine unvorstellbare Überwindung!

Am Abend trafen sich alle Teilnehmer der diesjährigen Begegnung aber auch Jugendliche, die in vergangenen Jahren daran teilgenommen haben, im Kinder- und Jugendhaus Hausen. Hier konnten die Eindrücke des anstrengenden Tages verarbeitet und mit anderen geteilt werden. Das warme Abendessen trug zur Beruhigung bei.

Am Mittwoch konnte endlich die Stadt Stuttgart besichtigt werden. Schon um 10 Uhr begann eine spannende Busrundfahrt mit einem Doppeldecker City Tour Bus durch die Stadt Stuttgart. Die Rundfahrt ergab sich als sehr informativ und interessant. Innerhalb von 1,5 Stunden konnten die jungen Menschen aus Lodz einen Einblick in die Geschichte der Stadt gewinnen und viele Einzelheiten zur Tradition und Kultur erfahren.

Direkt nach dem Mittagessen besuchte die Gruppe das Jugendinformationszentrum „Tips’n’Trips“. Diese kleine Einrichtung der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft organisiert spannende Stadtspiele für Jugendliche. Ein netter Mitarbeiter stellte kurz die Regeln vor und schon konnten die Jugendlichen in zwei Gruppe das Zentrum der Stadt erkunden. Spannende Aufgaben müssen dabei gelöst werden. Alles wurde in einem kleinen Buch dokumentiert und später benotet. Die bessere Gruppe konnte sich über ein kleines Geschenk freuen.

Den Tag konnten die deutschen und polnischen Jugendliche im Kinder- und Jugendhaus Stammheim nett ausklingen lassen. Dem leckeren Abendessen folgten nette Gespräche, Diskussionen und gemeinsame Spiele.

Ein Besuch im Landtag von Baden-Württemberg stand am Donnerstag auf dem Plan. Die Vorstandsvorsitzende (Die Grünen) Fr. Brigitte Lösch empfang die Gruppe höchstpersönlich. Frau Lösch, vom Beruf Sozialpädagogin, erzählte von ihren Aufgabenbereichen und zeigte der Gruppe die Räumlichkeiten des neuen Landtaggebäudes. Nach der Führung entwickelte sich eine spannende Diskussion über das Schulsystem, die Perspektiven, die sich den Jungen Menschen öffnen, den Platz der Jugend in der Gesellschaft und über die moderne, sich wandelnde Welt. Frau Lösch hinterließ sehr positiven Eindruck bei den Jugendlichen und lieferte Gesprächsmaterial für weitere Diskussionen.

Am Donnerstagabend konnte die Gruppe etwas entspannen, was nach den vielen spannenden Tagen dringend nötig war. Besuch in einem der Erlebnisbäder der Stuttgarter Region war dabei genau das richtige.

Am Freitag bekam die Gruppe einen Einblick in die Automobilgeschichte Stuttgarts. Ein Besuch im Porschemuseum beeindruckte die Gruppe. Dass Porsche genau aus Zuffenhausen, einem Stuttgarter Stadtteil stammt, haben nur wenige gewusst. Dadurch entwickelten sich interessante Gespräche über die Geschichte der Stuttgarter Automobilindustrie.

Nach dem Mittagessen machte die Gruppe einen kurzen Ausflug zum Fernsehturm – der erste Fernsehturm der Welt beeindruckte die Gruppe. „Von hier oben sieht Stuttgart total anders aus!“ konnte man hören. Jeder versuchte zu erraten was er in der Ferne sieht.

Abends trafen sich alle Jugendlichen im Kinder- und Jugendhaus Hausen. Nach dem warmen Abendessen fand eine Druckwerkstatt statt. Jeder der Teilnehmer konnte mit Hilfe des Bildbearbeitungsprogramms ein Bild, Logo oder eine Aufschrift entwerfen und eine eigene Tasche bedrucken. Die Arbeit konnte sich sehen lassen und machte viel Spaß! Als Andenken konnte jeder seine Tasche mit nach Hause nehmen.

Am späteren Abend versammelten sich alle Teilnehmer und Organisatoren in einem Raum. Zusammenfassend fanden kurze Ansprachen statt. Die Gruppen bedankten sich für die tolle Zeit. Die Tränen flossen… Wie jedes Jahr, so auch in diesem Moment hoffte jeder, dass ein Wiedersehen so schnell wie möglich kommt!

Bericht: Karina Sliwa, Kinder- und Jugendhaus Hausen