Geschichte | 1980er Jahre

Anne Haigis, Rockmusikerin

Die berühmte schwäbische Rocklady begann ihre Karriere in der Stuttgarter Musikszene mit Besuchen im Jugendhaus Mitte in den 70er Jahren und Auftritten Anfang der 80er Jahre

 

Peter Schick,
Gitarrist und Lehrer an der Musikschule Stuttgart

Mit einer Schülerband sammelte Peter Schick seine ersten musikalischen Erfahrungen im Jugendhaus Möhringen und ist heute mit „Fisherman’s Walkband" weit über Stuttgart hinaus bekannt.

Bühne für die neue Jugendkultur

Als Anne Haigis mit 17 Jahren nach Stuttgart kam, hatte sie bereits im Rottweiler Jugendhaus mitgemischt.

"Also bekam ich schnell einen Draht zum Jugendhaus Mitte. Ausserdem spielte ich in einer Band, die dort ihren Proberaum hatte. Mein größter Traum wardamals, einfach Musik zu machen, und das Jugendhaus bot mir gute Bedingungen für den Einstieg als Berufsmusikerin. Ich erinnere mich noch gut an eines der ersten Aids-Benefizkonnzerte in Mitte, wo ich mit Ralf Schübel im Duo spielte".

Die Aufbruchstimmung Anfang der 80er Jahre erreichte in der Friedensbewegung ihren Höhepunkt. Viele Jugendliche engagierten sich für eine friedliche und ökologisch orientierte Gesellschaft und erklärten ihre Jugendhäuser symbolisch zu "Atomwaffenfreien Zonen". Die Musik war auch in dieser Zeit ein bedeutendes Mittel zum Ausdruck politischer Anliegen. Beim Auftakt zur Menschenkette 1982 am Eucom in Stuttgart-Vaihingen spielte Peter Schick mit seiner Formation "Fisherman’s Walkband".

"Die Jugendhäuser waren in Stuttgart immer ein wichtiges Forum für junge Musiker. Schon als 13jähriger habe ich mich von zu Hause fortgeschlichen, um Musik zu machen. Im Jugendhaus konnte man sich einfach treffen, sich austauschen und auch auftreten. Später gab es die Rockwettbewerbe für neue Bands, wo wir als erste Stuttgarter Band den Latin Sound spielten."

Die Jugendkultur gewann an Bedeutung in der Jugendarbeit, die seit den 80er Jahren stärker themenorientiert wurde. In den Bereichen Musik, Theater und Film schufen Mitarbeiter/innen des Jugendhaus e.V. Alternativen zur kommerziellen Jugend-Freizeit-Kultur. Neue Richtungen wie die HipHop-Bewegung nahmen ihren Anfang. Die Jugendcafes und Parkettböden in den Sporträumen wurden zur Bühne für Electric Boogie und Breakdance. In den Stuttgarter Jugendhäusern tummelten sich Medien- und Filmfreaks, die an der Filmakademie gelandet sind oder die heute weltweit bekannten Rapper von "Fanta Vier", "Massive Töne " und "DJ Hausmarke