Erlebnispädagogik an der Schnittstelle Jugendhilfe und Sport

Aufgeregte Kinder aus dem Stuttgarter Osten und das Team von move&do verbrachten im Februar ein Wochenende mit Schneeschuhen, Schaufeln, Schlitten und Spielen fernab vom Alltagsstress und dem Stadtleben in den Bergen. „Solch eine Ausfahrt ist immer wieder eine willkommene Abwechslung zum alltäglichen Geschäft. Nicht nur man selbst hat die Gelegenheit raus in die Natur zu kommen, vor allem erlebt man die Kinder und Jugendlichen außerhalb der Schule ganz anders. Die Natur kennt keine Rücksicht, dadurch sind die gemachten Erfahrungen und Erlebnisse intensiver“ so der Sozialpädagoge von move&do Marcus Weber.

Neben Spielen im und mit Schnee, rodeln im Schein der Stirnlampen, wilden Schneeballschlachten und einer nächtlichen Grillaktion wurde die Ernsthaftigkeit des Draußenseins beim Iglubau erprobt. „Die Kinder merkten schnell, dass ein Iglu bauen im nassen Schnee hohes Durchhaltevermögen und viel Kraft erfordert. Die nahende Nacht und das noch nicht fertig gestellte Iglu spornten sie immer wieder zu Höchstleistungen an, so dass sie förmlich über sich hinauswuchsen“ stellt Sportwissenschaftlerin Carola Mertens von move&do fest. Die Strapazen des Tages waren beim eigentlichen Highlight, der Igluübernachtung, schnell vergessen – einem Erlebnis, das ihnen niemand nehmen kann und an das sich die Kinder hoffentlich lange erinnern werden. Über die erbrachte Leistung zufriedene aber auch erleichterte Kinder begrüßten uns am nächsten Morgen mit den Worten: „Die Nacht im Iglu war gar nicht so kalt, wie ich befürchtet hatte. Ich habe geschlafen wie ein Murmeltier“ (Rosalie, 11 Jahre).

400 Aktionen an Schulen, Jugendhäusern und sozialen Einrichtungen mit über 10.000 Teilnehmern

Gewalt, Aggression, Alkoholmissbrauch, Mobbing oder Ausgrenzung sind leider immer häufiger Themen an Schulen. move&do möchte den Teamgedanken aus dem Sport in die Schulen transportieren. Unter entsprechender Inszenierung ist der Sport ein gutes Instrument, um Ziele auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen umzusetzen, da er unter anderem für Fair Play und Teamfähigkeit steht.

Kooperative Spiele und Problemlöseaufgaben direkt an der Schule oder in sozialen Einrichtungen, klettern in der Halle, am Fels oder im Hochseilgarten, Paddel- und Floßbauaktionen am nahe gelegenen Max-Eyth-See oder auf umliegenden Flüssen, City-Bound mit und ohne GPS oder Höhlenerkundungen auf der Schwäbischen Alb – das sind Settings und Methoden die helfen können, Probleme abzubauen und Ziele zu erreichen. Ein besonderes Merkmal von move&do ist ein mit erlebnispädagogischem Material ausgestatteter Transporter, der dort hinkommt, wo Bedarf ist.

Vor drei Jahren ging move&do an den Start, um mit Erlebnispädagogik Kinder und Jugendliche zu stärken und zu fördern. Vorerfahrungen aus dem Sport und der Jugendhilfe wurden gebündelt, um das Projekt in gemeinsamer Trägerschaft von Sportkreis Stuttgart, der Laureus Sport for Good Stiftung Deutschland und der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft umzusetzen. Gut, dass Sport als Mittel zum sozialen Wandel von Laureus gefördert wird. So konnte eine Idee zur Realität werden, langfristige Präventionsarbeit mit erlebnispädagogischen Mitteln zu leisten.

Die große Nachfrage und die positiven Effekte bei den Kindern und Jugendlichen haben Laureus veranlasst, die Partnerschaft drei weitere Jahre fortzuführen: „Sport steht im Mittelpunkt des Projekts, daher ist die Laureus-Stiftung gerne ein Teil dieser gemeinsamen Initiative. Sport hat die Kraft die Welt zu verändern, das ist unsere Mission, die wir hier in Stuttgart umsetzen wollen. Teamfähigkeit, Verantwortung, gegenseitiges Verständnis und Vertrauen sind grundlegende Fähigkeiten, die jungen Menschen heute oft fehlen“ erläutert Stefanie Möllenkamp, Leiterin der Laureus Sport for Good Stiftung Deutschland.

In den nächsten drei Jahren sollen daher auch verstärkt ehemalige Teilnehmer in die Weiterentwicklung und die Durchführung der Angebote einbezogen werden. Nach dem Motto „Schüler für Schüler“ sollen diese jungen Menschen ihre positiven Erfahrungen an nahezu Gleichaltrige weitergeben.